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22.06.2010Bewegender Abschied für Dekan Klingmann
Pfarrer Rolf Klingmann wurde durch Propst Matthias Schmidt im feierlichen Gottesdienst in Beuern als Dekan verabschiedet.„In der Nachfolge Christi lag Pfarrer und Dekan Rolf Klingmann ein Berufsleben lang eine aufsuchende und einladende Kirche am Herzen, damit möglichst viel Menschen von Gottes Liebe berührt werden.“ Mit diesen Worten sowie dem Wochenspruch (Lukas 19, 19) begrüßte der stellvertretende Dekan des Dekanats Kirchberg, Pfarrer Dieter Sandori, die zahlreichen Gäste, die sich am Sonntagnachmittag zum Gottesdienst zur Verabschiedung von Dekan Klingmann in der evangelischen Kirche zu Beuern eingefunden hatten.
„Wir wollen Dekan Klingmann „Danke“ sagen für seinen Dienst und Gott für seine Wegbegleitung. Und wir wollen Gott bitten, dass er den Christenmenschen Rolf Klingmann über seine Verabschiedung hinaus begleitet, so dass auch die zukünftige Zeit erfüllte Zeit sein wird“, sagte Annette Vogel, die Vorsitzende des Dekanats-Synodalvorstandes.
Höhepunkt des Gottesdienstes war die bewegende Zeremonie der „Entpflichtung“, die eingebettet in ein Segensgebet und die Segnung durch Pfarrer Matthias Schmidt, Propst für Oberhessen, vollzogen wurde. Dabei assistierten Pfarrer Dieter Sandori und Frank-Tilo Becher, der Dekan des Dekanats Gießen. Zuvor hatte Propst Schmidt über die Bedeutung von „verloren sein“ gesprochen: „Überall dort wo wir Christus hinterhergehen ist es unsere Aufgabe, den Menschen Würde, Leben und Sinn zu geben.“ An Klingmann gerichtet sagte er: „Es waren große Themen, nicht zuletzt die Strukturänderung, die Sie bewegt haben. Auch als Dekan sind Sie sehr bewusst und gerne Gemeindepfarrer geblieben. Der Blick für den einzelnen Menschen war Ihnen, Bruder Klingmann, immer wichtig.“ … „Heute als Dekan und nächste Woche als Pfarrer geben Sie Ihren Platz ab, aber Sie bleiben Teil des wandernden Gottesvolkes. Gott hilft Aufgaben anzunehmen und loszulassen, er segnet uns auf dem Weg in die Zukunft, geleitet uns im Abschied und bei den Anfängen.“
„Wenn mich die innere Bewegung übermannt, so liegt es am Mikrofon“, hatte Pfarrer Klingmann vorsorglich zu Beginn seiner Predigt gesagt, die dem Entpflichtungsakt vorausging. - Okay, es lag am Mikrofon, dass sich zum Ende der Predigt die Stimme Klingmanns ein wenig brüchig anhörte.
Die Predigt in Reinform war eine Art Verpflichtung: „Jedoch die Dichtung spiegelt Wahrheit, denn Gottes Wort, es spricht für Klarheit.“ Über die biblische Geschichte von Josua spannte Pfarrer Klingmann den Bogen in die heutige Zeit. „Dass es an vielen Ecken kriselt, großwettermäßig nicht nur nieselt, sondern vielmehr stark gewittert, sodass die Wirtschaft dadurch zittert, mit Folgen für das Individuum, macht manchmal zornig, manchmal stumm. … Gewiss – ich bin nicht Josua, doch innerlich bin ich ihm nah. Ich durfte öfter vorne steh’n, kein Zampano, doch mit Ideen, geleitet von dem Grundprinzip: Gott hat nicht nur Gewinner lieb, und Menschen bleiben Gottes Kind, auch wenn sie nicht Weltmeister sind.“
Die Gottesdienstbesucher dankten für diese amüsante Predigt mit heftigem Applaus.
Großen Anteil am Gelingen des feierlichen Gottesdienstes hatten die wunderbaren musikalischen und gesanglichen Darbietungen auf sehr hohem Niveau vom Chor „Collegium Vocale“ (Leitung Daniela Werner), dem Posaunenchor (Leitung Pfarrer Friedhelm Schäfer) und von Dekanats-Kirchenmusiker Alexander Lang, der nicht nur dem Orgelspiel eine persönliche Note verlieh, sondern sich auch mit Obertonsingen einbrachte.
Mit der Psalmlesung (Silvia Schulz-Otto und Roland Meuschke, beide Mitglieder des Dekanats-Synodalvorstandes), dem Eingangsgebet (Dr. Angela Stender, Fachstelle für Gesellschaftliche Verantwortung), der Schriftlesung (Prädikantin Inge Schmidt) und dem Fürbittengebet (Dieter Sandori, Annette Vogel, Dekanats-Jugendreferentin Carola Geck, Florian Rinn, Achim Glaum, Antje Koob-Röhrsheim und Sigrid Fink) hatten viele Wegbegleiter Klingsmanns an der Gottesdienstgestaltung mitgewirkt.
Der Blumenschmuck der Kirche war das Abschiedsgeschenk der Beuerner Kirchengemeinde an Klingmann, der offiziell am 31. Juli als Dekan und auch als Pfarrer von Annerod in Ruhestand geht. Die Kollekte kam der Jugendwerkstatt Gießen zugute.
Mit einem kleinen Rahmenprogramm wurde der anschließende Empfang mit Imbiss im „Kulturzentrum am Schlosspark“ in Großen-Buseck bereichert. So sangen der „Pfarrer-Chor“ und die Kollegen aus dem Dekanat in Abwandlung von Reinhard Mey’s Klempner „Ich bin Pfarrer von Beruf“, „Die güldene Sonne“ und der „Irrische Segen“ wurden ebenfalls auf den Kirchenmann umgetextet. Dr. Angela Stender (Oppenrod), in Schürze und mit Staubwedel „bewaffnet“, erfreute mit einem Sketch und Erwin Heyer (Treis) gab gekonnt den „Konstantin Wecker“. Eine Rückschau wurde mittels einer Dia-Show gehalten und lieferte viel Stoff für die anschließenden Gespräche.
Buseck, 21. Juni 2010 Siglinde Wagner
Die Abschiedspredigt zum Download...>
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