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03.02.2010

Die verborgene Gewalt im Alltag-Interaktive Ausstellung „Rosenstraße 76“

Die Ausstellung „Rosenstraße 76“ führt in eindringlichen Installationen häusliche Gewalt vor Augen. Vom 6. bis zum 21. März wird sie in der Gießener Kongresshalle gezeigt. Besucher werden durch eine Dreizimmerwohnung geführt, hinter deren hübscher Fassade sich drastische Hinweise auf Gewalt finden. Die Ausstellung wird von Vorträgen, Diskussionsveranstaltungen und Gottesdiensten begleitet.

Familie gilt als Ort der Geborgenheit. Menschen vertrauen einander und helfen sich gegenseitig. Kinder lernen Solidarität, Toleranz und Partnerschaft kennen. Familie prägt fürs ganze Leben. So weit das Ideal. Doch im wirklichen Leben überschattet auch häusliche Gewalt die Sehnsucht nach einer heilen und friedvollen Familie. Gewalt geschieht sehr oft hinter der Wohnungstür unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Täter sind zumeist Ehemänner, männliche Partner oder Väter. Denn auch Mädchen und Jungen werden in den Familien zu Opfern von Gewalt.
Die Ausstellung „Rosenstraße 76“ ist als Dreizimmerwohnung aufgebaut. Vor der Tür gepflegte Blumenbeete, Willkommensgrüsse auf dem Fußabstreifer, hübsche Gardinen, Blumen auf dem Esstisch. Es könnte die eigene Wohnung oder die der Nachbarn von gegenüber sein. Doch der Schein trügt: Hinter der vordergründig hübschen Fassade verbirgt sich eine alles andere als heile Welt. Doch um dies zu entdecken, muss man ganz genau hinschauen. Die interaktiv angelegte Ausstellung fordert zum Blick hinter die Fassade auf: So kann man etwa den Anrufbeantworter abhören, die Küchenschränke öffnen oder eine CD abspielen – und somit Zahlen und Fakten zum Thema „Häusliche Gewalt“ abrufen.
Häusliche Gewalt ist weiter verbreitet, als man vermuten möchte: Jahr für Jahr sterben weltweit mehr Frauen an ihren Folgen als durch Kriege. Betroffen sind vor allem Kinder und Frauen. Laut Statistik erlebt jede vierte Frau in Deutschland Gewalt in Beziehungen, jede siebte Frau ist von sexualisierter Gewalt betroffen. Die Ausstellung „Rosenstraße 76“ soll aber nicht nur schockieren und zum Nachdenken anregen. Sie will auch Wege zeigen, wie häusliche Gewalt überwunden werden kann, sobald Schweigen und Wegschauen durchbrochen worden sind. Darüber ins Gespräch kommen, lässt sich bei Führungen, Diskussionsveranstaltungen und nach ökumenischen Gottesdiensten.
Die Wanderausstellung ist vom Diakonischen Werk in Deutschland und von „Brot für die Welt“ entworfen worden, weil sich die christlichen Kirchen in aller Welt in den letzten zehn
Jahren die Aufgabe „Gewalt überwinden“ gestellt hatten. In Gießen wird die Ausstellung von einer Vielzahl von Einrichtungen aus Kirche und Gesellschaft präsentiert, u.a. vom Stadtverband Giessen Evangelische Frauen in Hessen und Nassau, der Frauenbeauftragten des Stadt- und Landkreises Giessen, dem Evangelischen sowie dem Katholischen Dekanat.
Geöffnet ist die Ausstellung täglich von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos. Zur Ausstellung erscheint begleitend eine Broschüre mit dem Rahmenprogramm zur Ausstellung. Veranstaltungen werden auch aktuell in der Tagespresse und auf den Internetseiten www.giessen-evangelisch.de und www.giessen.de veröffentlicht.
Gottesdienste zur Ausstellung
Sonntag, 7. März, 10:00 Uhr, Johanneskirche,
Gottesdienst zur Eröffnung der Ausstellung, anschl. Besuch der Ausstellung
Dienstag, 16. März, 15:30 Uhr, Kongresshalle
Führung durch die Ausstellung und anschl. Ökumenischer Frauengottesdienst in der nahen Evangelischen Lukaskirche, Löberstraße.
(Um Anmeldung bis zum 12. März wird gebeten u.a. Elisabeth Becker-Christ, Tel. 06408/503904 oder E-Mail: elisabeth.becker-christ@evangelischefrauen.de
Sonntag, 21. März, 18:00 Uhr, Kongresshalle
Ökumenischer Gottesdienst zum Abschluss der Ausstellung
Renate Adler / Matthias Hartmann





 
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