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Partnerschaft
Die Diözese Krishna Godavari
Christen in der Minderheit
Etwa 300.000 Christinnen und Christen gehören zur Diözese Krishna- Godavari, einer der insgesamt 21 Diözesen der Kirche von Südindien. Die Partnerdiözese der Propstei Oberhessen der Ev. Kirche in Hessen und Nassau hat ihren Namen von den beiden großen Flüssen der Region. Ihr Gebiet liegt an der Ostküste Indiens im Bundesstatt Andra Pradesh, einem der 4 südlichen Staaten der Indischen Union. Die protestantischen Christen leben als kleine und benachteiligte Minderheit in einem Gebiet, das religiös und kulturell von Hinduismus und Islam bestimmt ist. Die Sprache ist Telugu. Die sozialen Spannungen in der Bevölkerung – etwa zwischen den Grundbesitzern, den mächtigen „landlords“ und den abhängigen Landarbeitern – sind groß. In den letzten Jahren hat der wachsende Einfluss von radikalen Hindugruppen die Christen als Nicht-Hindus weiter an den Rand gedrängt.
Kirche für die Armen
Die überwiegende Mehrheit der christlichen Gemeindemitglieder in Krishna –Godavari lebt auf dem Land. Unter den 140 Pfarreien mit über 1100 Einzelgemeinden gibt es nur 9 Stadtgemeinden. Fast alle Christen stammen aus der untersten und ärmsten sozialen Schicht des indischen Kastensystems, sie sind „Dalits“, kastenlos. Wie ihre Mitglieder ist die Kirche - selbst für indische Verhältnisse – sehr arm. Manche Gemeinden sind nicht einmal in der Lage, ihre Pfarrer nur mit dem Mindestgehalt von monatl. 2000 Rupies (derzeit. ca. 34 €) zu bezahlen
Spendenkonto für Krishna-Godavari
Ev. Dekanat Hungen
Volksbank Giessen-Friedberg (BLZ: 513 900 00)
Konto-Nr. 81 11 97 16
Sonderkonto „Krishna-Godavari“
Ganzheitliche Mission
Die Diözese Krishna-Godavari versteht ihren Dienst und Auftrag als „ganzheitliche Mission“ (Holistic Mission). Die erst 1947 gegründete indische Kirche versucht damit, das alte vom Kolonialismus geprägte und aus Europa gesteuerte Missionsverständnis zu korrigieren. Die geistlichen und materiellen Seiten des Lebens finden bei der holistischen Mission genauso Beachtung wie die sozialen und kulturellen. Grundlage allen Engagements ist die Botschaft des christlichen Evangeliums, das „wirklichkeitsbezogen“ verkündigt und praktiziert werden soll.
Gottesdienst und Menschendienst
Die christlichen Gemeinden treffen sich regelmäßig zu Gottesdiensten, Sonntagsschulen, Jugend- oder Frauengruppen. Dabei übernehmen ehrenamtlich Mitarbeitende große Verantwortung. Die Diözese ist bemüht durch ihre soziale Arbeit auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen: Gesundheit, Familienberatung, Bildung. So stehen etwa ihre einst von den Missionaren gegründeten über 300 Grundschulen und Kindergärten auch Nichtchristen offen. Das kirchliche Noble-College in Machillipatnam z.B. – Partnerschule des Laubach-Kollegs in Oberhessen - hat einen guten Ruf als Ausbildungsstätte. Zur Unterstützung vieler Projekte ist sicher auch finanzielle Hilfe aus Oberhessen nötig. Aber Geld darf keine neuen Abhängigkeiten schaffen.
Warum Partnerschaft mit Krishna-Godavari?
Weltweit werden immer engere wirtschaftliche und politische Verbindungen geknüpft. Das Schlagwort der Globalisierung ist in aller Munde. Aber die Beziehungen zwischen Völkern und Kontinenten brauchen eine weitergehende Perspektive als die von Handel und Geschäft. Am Beginn des 3. Jahrtausends steht die christliche Ökumene nicht zuletzt für ein gegenseitiges Wahrnehmen der Menschen, ihrer Kulturen, ihrer eigenständigen Traditionen und ihres Glaubens. Die Partnerschaft von Christen in Deutschland und Indien soll ein gemeinsamer Entdeckungsprozess sein. Gemeinsamer Glaube drückt sich in der jeweiligen Situation unterschiedlich aus. Aber die Partnerschaft öffnet das „dritte Auge“, ermöglicht es beiden Seiten über sich selbst hinaus zu sehen, zu neuer Selbsterkenntnis zu kommen und voneinander zu lernen. Dabei werden Christen die Anliegen der Partner ernst nehmen und sie im eigenen Kontext zur Sprache bringen. Dazu gehört das Benennen weltweit ungerechter Strukturen in den wirtschaftlichen Beziehungen ebenso wie die Suche nach einem angemessenen Zeugnis christlicher Überzeugungen und Werte. Die Partnerschaft zwischen Oberhessen und Krishna-Godavari besteht seit 1983. Auf deutscher Seite wird sie getragen von den Evangelischen Dekanaten Grünberg, Hungen und Kirchberg. Regelmäßig finden Austauschbesuche statt und einmal jährlich ein Partnerschaftssonntag hier und dort. Partnerschaftauschüsse koordinieren die gemeinsame Projektarbeit.
Projektbeispiele
Gesundheitszentrum A-Konduru:
In A(tlapragada)-Konduru unterhält die Kirche ein Gesundheitszentrum für 10 umliegende Dörfer mit knapp 6000 Bewohnern. Die Menschen dort sind überwiegend „Lambadies“, von saisonaler Landarbeit lebende und besonders benachteiligte indische Ureinwohner. Sie erhalten durch das Zentrum – in dem u. a. ein Arzt, ein Sozialarbeiter und pro Dorf je eine Gesundheitshelferin arbeiten – medizinische Grundversorgung, Gesundheitsvorsorge, Impfungen, Ernährungs- und Hygieneberatung, sowie Aufklärung über Familienplanung und Dorfentwicklung Vorrangig geht es dabei um die Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen und Kindern
ICDP- Förderung von Kindern aus Dalit-Familien
In derzeit 6 Dörfern erreicht dieses Projekt der Frauenhilfe der Diözese etwa 300 Kinder. Der Verdienst der Kastenlosen als Saisonarbeiter, Tagelöhner oder Rikscha-Fahrer reicht oft nicht für den täglichen Grundbedarf einer Familie. Daher erhalten die geförderten Kinder täglich eine warme Mahlzeit aus Reis, Gemüse und Hülsenfrüchten (Wert: ca. 10 Cent). Mitarbeiterinnen betreuen sie in einer Art Vorschulprogramm tagsüber bzw. beraten ihre Mütter. Regelmäßig gibt es außerdem eine ärztliche Untersuchung.
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